Populismus in der Demokratie: Ausflug zum Kulturhaus Schwanen

Im Rahmen der politischen Bildung machte die Klasse 10b am 10.02.2026, begleitet von Frau Hiel und Frau Arbia, einen Ausflug zum Kulturhaus Schwanen in Waiblingen und besuchte dort einen Workshop.
Vor Ort stellten sich erstmals die dort arbeitenden Menschen und ihre Programme vor. Anschließend begann auch schon der Workshop über Populismus mit einem interaktiven Einstieg: Die Klasse teilte sich in vier Gruppen auf, wobei jede Gruppe eines der Themen „Ausländerfeindlichkeit“, „Frauenfeindlichkeit“, „Männerfeindlichkeit“ und „Arbeitslosenfeindlichkeit“ zugeordnet wurde. Zu diesen Themen gestalteten die vier Gruppen Plakate mit typischen populistischen Behauptungen und Argumenten, indem sie sich in der Rolle von Populistinnen bzw. Populisten versetzten. Nachdem die Plakate fertig waren, vertauschte der Moderator die Themen der Plakate und stellte bspw. die Argumente für Ausländerfeindlichkeit so vor, als seien es Argumente für Männerfeindlichkeit. Die Klasse verstand die Botschaft recht schnell: Die vorhin aufgeschriebenen Behauptungen bzw. „Argumente“ beruhen auf einem zu vereinfachtes und pauschalisiertem Denken, wodurch die Aussagen zwar für einige Menschen auf den ersten Blick überzeugend klingen, genauer betrachtet jedoch eher an Emotionen appellieren als faktenbasiert zu sein. Nachdem dies klar wurde, haben auch einige Schüler auf die gleiche Art und Weise die „Argumente“ benutzt, um andere Thesen stützen, was die Klasse sehr lustig fand. Hier hat sich gezeigt, dass populistische Äußerungen sehr häufig ähnlich funktionieren und teils auch austauschbar waren.
Nach einer Pause, während der die 10b in einem Aufenthaltsraum Tischkicker spielte, sich auf Sitzkissen entspannte, Musik hörte und Kunstwerke bewunderte, ging es mit einem Vortrag weiter. Nachdem uns im ersten Teil vor allem die nicht zu unterschätzenden Gefahren von populistischen Aussagen bewusst wurden, zeigte der Vortrag aber auch Chancen, wie Populismus den demokratischen Diskurs bspw. durch das Vereinfachen und Aufmerksammachen auf bestimmte Problemen unterstützen kann. Der Vortrag endete mit einem Appell daran, selbst nicht still zu bleiben, sondern „Stopp“ zu sagen, wenn dies nötig ist.
Schließlich machte sich die 10b wieder auf den Weg in die Schule. Nachdem im Bus zwei Schüler/innen für das Fahren ohne gültige Fahrkarten mit einer Strafe belegt wurden, stieg die Klasse aus und ging den restlichen Weg zur S-Bahn-Station zu Fuß. Von dort kamen die Schülerinnen und Schüler der 10b ohne weitere Probleme in Fellbach an und besuchten die restlichen Stunden ihres Unterrichts.
Angesichts der vorstehenden Landtagswahlen ist es von großer Bedeutung, die Fähigkeit zu entwickeln, Behauptungen und Argumente kritisch zu hinterfragen. Das ist insbesondere deswegen wichtig, da viele Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse bereits 16 Jahre alt und somit wahlberechtigt sind. Der Ausflug stellte eine lustige, interaktive Möglichkeit dar, diese wichtige Kompetenz der Urteilsfähigkeit zu vermitteln.
David Biro










