F*** you Woyzeck im Klassenzimmer

Am 20. Januar hatte die 10b die Gelegenheit, das Klassenzimmerstück „F*** you, Woyzeck“ zu erleben, eine moderne und bewusst provokante Auseinandersetzung mit Georg Büchners Drama Woyzeck. Die Inszenierung fand nicht auf einer Theaterbühne, sondern direkt im unserem Klassenraum statt und rückte uns damit selbst ins Zentrum des Geschehens. Ziel des Stücks ist es, Büchners Werk aus heutiger Perspektive kritisch zu hinterfragen und insbesondere den Umgang mit Frauenfiguren sowie die Darstellung männlicher Gewalt sichtbar zu problematisieren.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Frauen in Literatur und Gesellschaft so häufig als Opfer männlicher Gewalt erscheinen. Das Stück greift aktuelle gesellschaftliche Debatten über Geschlechterrollen, Machtverhältnisse und Femizide auf und verbindet sie mit Zitaten, Thesen und Zuspitzungen, die bewusst irritieren sollen. Durch direkte Ansprache, interaktive Elemente und provokante Aussagen sind wir immer wieder dazu aufgefordert worden, eigene Haltungen zu reflektieren und Stellung zu beziehen.
Schülerstimmen:
„Ich muss ehrlich sagen, ich fand das Ganze ein bisschen enttäuschend, aber auf gute Weise. Ich habe eigentlich gedacht, es wäre eine eher witzige Theaterdarstellung, habe aber nichts gegen die „Lektion“, die dann doch gezeigt wurde. Ich finde, es war sehr gut geschauspielert, aber man hätte es interessanter gestalten können.“ (Emre)
„An dem Theaterstück hat mir gefallen, wie gut die Schauspielerinnen alles darstellen konnten. Ich erinnere mich noch gut an die Tafel mit den Namen der Opfer solcher Femizide und an die Szene mit dem Pfeifen und dem Catcalling, da es sehr unangenehm und irritierend war, auch wenn ich es noch nie erlebt habe. Das einzig Komische waren die cringenSzenen, die aber bei so einem Thema als Abwechslung, glaube ich, ganz gut waren. Das Theaterstück hat mich positiv überrascht.“ (Zührenaz)
„Ich persönlich fand das Stück sehr interessant, vor allem, weil ich so etwas nicht erwartet hätte. Meiner Meinung nach war die Stelle, wo die zwei Schauspielerinnen die ganzen Beleidigungen, die sie und die Mitarbeiterinnen ertragen mussten, aufgezählt haben, besonders eindrucksvoll. Das hat mich sehr überrascht, da ich so etwas nicht erwartet hatte und mir das Ausmaß nicht bekannt war.“ (Marko)
„Mir hat am besten das Quiz gefallen, da es zum einen etwas Interaktives für uns war und zudem auch erschreckende Infos dabei waren, dass z.B. nur 8 von 1000 Vergewaltigungen zur Verurteilung kommen.“ (Benjamin)
„Ich finde, dass das Theaterstück ein wichtiges Thema angesprochen hat. Mir hat auch das vielfältige Konzept gut gefallen. Jedoch fand ich manche Stellen unangenehm und extrem, was aber, wie uns erklärt wurde, bewusst so gestaltet wurde.“ (Onur)
„Mir hat besonders gut gefallen, wie die Schauspielerinnen dieses Thema, das leider überall ein Problem ist, mit einem Theaterstück vermittelt haben. Zudem waren die Pausen, in denen sie Gollum und Dobby gespielt haben, nette Abwechslungen.“ (David H.)
„Mir hat das Quiz sehr gefallen, da man einerseits vieles über die Realität der Ungleichberechtigung bei Frauen und Männern erfahren hat, aber auch Spaß dabei hatte. Als Nächstes hat mich berührt, als die beiden Schauspielerinnen minutenlang die Sprüche und Kommentare vorgelesen haben, die sie und ihre Kolleginnen ertragen mussten. Mir war, um ehrlich zu sein, die Realität von Frauen in der Gesellschaft nicht in diesem Ausmaß klar. Ich wollte mich auch noch einmal für die Organisation des Stücks bedanken, ich habe viel mitgenommen bzw. gelernt.“ (Jakob S.)
„Am besten hat mir die Szene gefallen, in der die Schauspielerinnen die ganzen Namen an die Tafel aufgeschrieben haben. An diesem Beispiel konnte man gut sehen, wie viele Frauen oder sogar Mädchen leider nur wegen Männern gestorben sind. Gefallen hat mir vor allem, wie das ganze Stück im Zusammenhang mit Woyzeck dargestellt wurde.“ (Lukas K.)
„Am meisten ist mir die Szene, in der die ganzen Anmach-Sprüche gesagt wurden, in Erinnerung geblieben. Ich fand die Szene mit der Beschreibung der Nacht, in der es keine Männer gab, sehr schön.“ (Eva)
„Ein sehr einprägsames Erlebnis mit Szenen, die man so schnell nicht vergisst. In einem Auf und Ab der Emotionen zeigt es den Jugendlichen, wie extrem wichtig Feminismus ist und wie auch Männer eine sehr große Verantwortung dabei tragen.“ (Simon)
„Mir hat das Stück sehr gefallen, vor allem, weil man nie wirklich wusste, ob die zwei Schauspielerinnen improvisieren oder nicht. Das hat es emotional wirklich sehr gut rübergebracht. Am besten kann ich mich noch an die „Catcalling“-Szene erinnern. Die Szene war echt richtig unangenehm, vor allem wenn man weiß, dass alle Sprüche nicht ausgedacht, sondern aus Erfahrungen von nur fünf Frauen stammen.“ (Amy)
„Mir hat besonders der Moment im Schauspiel gefallen, in dem die zwei Schauspielerinnen uns die Augen geöffnet haben und uns gezeigt haben, dass wir eigentlich alle Feministen sind.“ (Jakob E.)










