Ab ins Theater!

„Drama, Drama“ – hieß es am Donnerstagabend für die zehnten Klassen im Staatstheater.
Nachdem im Deutschunterricht verschiedene Dramen, darunter Texte unseres Namengebers Friedrich Schiller, gelesen und bearbeitet wurden, konnte das Wissen rund um Exposition, das retardierende Moment, Monologe und Teichoskopien in der Praxis erprobt werden.
Am Donnerstagabend besuchten wir – kurz nach der Premiere – Stefan Puchers Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ im Staatstheater Stuttgart. Eingestimmt wurden die Schülerinnen und Schüler bereits am Tag vor dem Theaterbesuch durch Darbietungen und Interpretationen des „Literatur und Theater“-Kurses von Frau Schneider, der eben dieses Stück in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat. Vielen Dank für diese Möglichkeit und die tollen Ergebnisse!
Vor dem hell erleuchteten Schauspielhaus wurden zunächst die Tickets verteilt und zahlreiche Erinnerungsfotos gemacht. Im Theatersaal angekommen, begeisterten uns die Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer Inszenierung, die gekonnt den Originaltext mit modernen Ergänzungen – etwa durch die Texte von Thomas Melle – kombinierte und den Besucherinnen und Besuchern eine neue Perspektive auf bekannte Motive und Handlungsstränge eröffnete. Die Schülerinnen und Schüler bemerkten auch das eindrucksvolle Bühnenbild, das die Dramaturgie der Szenen verstärkte und die dystopische Atmosphäre greifbar machte: Die in Gold getauchten Gemächer auf Schloss Moor wurden eindrucksvoll kontrastiert mit der dunklen Räuberhöhle und zugleich mithilfe von Videoprojektionen miteinander verbunden. Kaum wurde sich in die Personenkonstellation hineingedacht und die Bedeutung der Kulisse hinterfragt, fiel auch schon der erste Vorhang zur Pause. Doch auch hier ging es mit einem (Natur-)Schauspiel weiter: Ein heftiges Unwetter lockte unsere Schülerinnen und Schüler vor die Fensterfronten des Theaters. Danach ging es wieder zurück auf unsere Plätze für den zweiten Teil des Stücks. Hier wurde die Entwicklung der Figur Amalia besonders deutlich: In Schillers Text noch – gemäß der Entstehungszeit – in einer Opferrolle, emanzipiert sie sich in dieser Inszenierung, reflektiert und hinterfragt kritisch die Geschehnisse. Sie ist es auch, die – entgegen der textlichen Vorlage – die eindrücklichen letzten Worte spricht, bevor der Vorhang gegen 22.10 Uhr endgültig fällt: „Wozu erzählen, wenn man handeln kann? Hier beginnt kein neues Zeitalter. Hier beginnt die Arbeit.“
Susanne Pannenbecker, Fabian Schreiber und Stefanie Hiel










