Straßburg-Exkursion der Klassenstufe 10 – Europa hautnah erleben
Schon früh am Morgen machte sich die Klassenstufe 10 in zwei Reisebussen auf den Weg nach Straßburg. Nach der Ankunft am Europäischen Parlament blieb zunächst noch etwas Zeit, bevor der Besuch des Parlaments begann. Mit der Straßenbahn ging es deshalb zunächst in die Straßburger Innenstadt, wo sich die Klassen in Kleingruppen frei bewegen konnten.
Ob beim Bummeln durch das malerische Gerberviertel mit seinen bunten Fachwerkhäusern, bei einem Spaziergang entlang der Ill, einer Schifffahrt mit Blick auf die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive oder sogar beim spontanen Fußballspiel mit neuen französischen Bekanntschaften – jede Gruppe nutzte die freie Zeit auf ihre eigene Weise und konnte die besondere Atmosphäre Straßburgs genießen.
Pünktlich um 14.00 Uhr ging es zurück zum Europäischen Parlament. Nach einer strengen Sicherheitskontrolle betraten wir das beeindruckende Gebäude. Zunächst erhielten wir eine kurze Führung durch das Parlament und konnten anschließend die Wartezeit bis zum nächsten Programmpunkt in der Ausstellung über die Arbeit des Europäischen Parlaments verbringen.
Ein besonderer Programmpunkt war das Gespräch mit dem Europaabgeordneten Dr. René Repasi (SPD), der Baden-Württemberg im Europäischen Parlament vertritt. Dabei machte Dr. Repasi deutlich, dass er sich als überzeugter Europäer versteht – eine Haltung, die sich auch in seiner persönlichen Biografie widerspiegelt. Geduldig und offen beantwortete er die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Diese reichten von seinem Arbeitsalltag als Abgeordneter – etwa der Vorbereitung auf Parlamentssitzungen – bis hin zu aktuellen politischen Themen wie der Zukunft Europas.
Im Anschluss durften wir auf der Besuchertribüne den Plenarsaal besuchen. Dort konnten wir live miterleben, wie über aktuelle europäische Themen diskutiert wurde. Auf der Tagesordnung standen unter anderem eine Debatte über die europäische Regulierung Künstlicher Intelligenz sowie die Diskussion über eine mögliche Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union. Besonders beeindruckend war die internationale Zusammenarbeit: Viele Abgeordnete sprachen auf Englisch oder in ihrer jeweiligen Muttersprache. Dank des Simultandolmetschens wurden alle Redebeiträge in Echtzeit übersetzt. Über Kopfhörer konnten wir auf der Besuchertribüne die gewünschte Sprache auswählen und so den Debatten problemlos folgen. So wurde erlebbar, wie Europa trotz seiner sprachlichen und kulturellen Vielfalt gemeinsam Politik gestaltet. Mit vielen neuen Eindrücken und einer Portion Müdigkeit machten wir uns schließlich am Abend wieder auf den Rückweg nach Fellbach.
Ein herzlicher Dank gilt Dr. René Repasi, der unsere Jahrgangsstufe 10 im Europäischen Parlament empfangen und sich mit großer Offenheit Zeit für die Fragen der Schülerinnen und Schüler genommen hat.
Diese Exkursion hat Europa ein Stück greifbarer gemacht. Sie zeigte eindrucksvoll, dass Europa weit mehr ist als Politik in Straßburg oder Brüssel: Die Entscheidungen, die dort getroffen werden, betreffen unseren Alltag und unsere gemeinsame Zukunft. Europa lebt vom Austausch, vom Dialog und vom Miteinander – Werte, die an diesem Tag für alle erlebbar wurden. Passend dazu sagte der Wegbereiter der europäischen Einigung, Jean Monnet (1952): „Wir vereinen nicht Staaten, wir bringen Menschen zusammen.“ Gerade in einer Zeit großer Herausforderungen wurde deutlich, wie wichtig dieser Zusammenhalt und der Austausch über Grenzen hinweg ist.
Impressionen von David B. (Klasse 10):
Am Dienstag, den 7.7.26, machten alle Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen einen Ausflug nach Straßburg, um das europäische Parlament zu besuchen. Begleitet wurden wir dabei von Frau Hiel, Frau Arbia, Frau Ressler, Frau Bareiß, Frau Greco und Herr Schreiber. Um 7:15 Uhr fuhren wir mit 2 Reisebussen los und kamen zweieinhalb Stunden später schon in Straßburg an. Erstmals konnten wir in Kleingruppen alleine durch Straßburg spazieren und essen gehen. Vor allem die traditionellen Crêpes kamen bei den meisten sehr gut an. Zudem besuchten die meisten auch die Straßburger Münster.
Anschließend trafen wir uns alle wieder gemeinsam und fuhren mit der Straßenbahn ins Parlament. Nach einer Sicherheitskontrolle wurden wir reingelassen und ein Reiseführer erklärte uns den Aufbau des europäischen Parlaments. Dort haben wir auch einen kurzen Film über die Wichtigkeit des Zusammenhalts der europäischen Länder angeschaut und in einem spezialisierten Raum für Fotos Gruppenfotos gemacht. Danach kam René Repasi, ein Rechtswissenschaftler und Abgeordneter des Europäischen Parlaments, welcher über sich und seine Emigration aus Jugoslawien erzählte und dann Fragen beantwortete, welche wir vorbereitet haben. Themen, die uns dabei interessierten, waren zum einen die Migrationspolitik. Herr Repasi meinte, er sehe als Einwandererkind in der Migration eine Chance für die EU. Aber auch das geplante EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz interessierte uns: Die gesetzliche Lage bezüglich KI soll zukünftig strenger gestaltet werden. Herr Repasi habe diesem Gesetz selbst zugestimmt, betonte gleichzeitig aber auch die Unvorhersehbarkeit und Irreversibilität der künstlichen Intelligenz, sobald man diese mit riesigen Datenmengen „füttert“. Außerdem wurde klar, dass jede EU-politische Entscheidung mehr oder weniger indirekt Einfluss auf uns als Jugendliche hat.
Nach der Fragerunde konnten wir noch bei einer Diskussion mithören. Schließlich fuhren wir mit den Bussen wieder zurück und kamen gegen 19 Uhr wieder in Fellbach an. Insgesamt gab uns diese Exkursion einen guten Einblick darüber, wie Politik auf EU-Ebene betrieben wird. Da es glücklicherweise sehr schönes Wetter gab, konnten wir unseren Aufenthalt in Straßburg sehr genießen.











